Presse-Information · Vermögenslotse UG (haftungsbeschränkt) · Stand: Juli 2026

Altersvorsorgedepot (AVD): Rechenreferenz für Redaktionen

Ein Aktuar hat den Riester-Nachfolger am Gesetzestext durchgerechnet – Zahlen, Grafiken und O-Töne für Ihre Berichterstattung zum Start am 1. Januar 2027.

Wer dahintersteht

Dr. Robert Bahnsen ist Versicherungsmathematiker (Aktuar DAV) und Gründer der Vermögenslotse UG. Er hat die Fördermechanik des Altersvorsorgedepots direkt am Gesetzestext (BGBl. 2026 I Nr. 156) durchgerechnet und mit dem AVD-Vergleichsrechner (Basisversion kostenlos und ohne Registrierung) eines der ersten unabhängigen Rechenwerkzeuge zur Reform veröffentlicht.

Kurzvita: Promovierter Physiker (CAU Kiel), Aktuar (DAV), Certified Enterprise Risk Actuary (CERA); über 20 Jahre Lebensversicherung: 2002–2010 Allianz Lebensversicherungs-AG (zuletzt Referatsleiter), 2011–2024 EY Stuttgart (zuletzt Equity Partner), seit 2025 selbstständiger Senior-Aktuar. In der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV): stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses Rechnungslegung und Regulierung, Leitung der Arbeitsgruppe Multi-GAAP; im Februar 2026 Vortrag im DAV qx-Club vor rund 500 Fachteilnehmern.

Porträt Dr. Robert Bahnsen
Dr. Robert Bahnsen
(Abdruck honorarfrei)

Unser Angebot an Redaktionen

Fünf zitierfähige Kernbefunde

1Der größte Hebel ist die Aktienquote – nicht die Produktwahl

Bei langem Sparhorizont bestimmt die Aktienquote das Endergebnis in einer anderen Größenordnung als alles andere. Modellprofil, gleiche Sparleistung über 42 Beitragsjahre: Mit hoher Aktienquote (100 % in der Sparphase, Absenkung auf 50 % erst um den Rentenbeginn) ergeben sich rund 57.000 € Nettorente pro Jahr – mit konstant 50 % Aktien rund 30.000 €, mit konstant 25 % nur rund 23.000 €: Faktor 1,9 bis 2,5. Die Wahl des Vehikels (AVD oder ETF-Depot) bewegt dagegen einstellige Prozente. Einordnung: Erwartungsrechnung – eine höhere Aktienquote bedeutet zugleich stärkere Wertschwankungen.

2Für die meisten lohnt sich das AVD – wegen der Steuern

Im Standardfall (Grenzsteuersatz 42 % im Erwerbsleben, 28 % im Ruhestand) liefert das geförderte AVD über 40 Jahre rund 20 % mehr Nettorente als ein ETF-Depot mit gleichem Netto-Sparaufwand – trotz höherer Produktkosten. Die reale ETF-Besteuerung (Vorabpauschale, Verkaufsgewinne) frisst den Kostenvorteil fast vollständig auf; das AVD wächst bis zur Auszahlung steuerfrei.

3Die Faustregel: 1.800 € ins AVD, den Rest ins Depot

Gefördert wird der Eigenbeitrag bis 1.800 €/Jahr (plus Zulagen). Jeder ungeförderte Euro darüber ist vom ersten Jahr an im ETF-Depot besser aufgehoben – die Obergrenze von 6.840 € auszuschöpfen ist praktisch nie optimal. Rationale Standardstrategie: AVD bis zur Fördergrenze, Überhang ins Privatdepot.

4Berufseinsteiger: früh anfangen, Timing ist zweitrangig

Über ein volles Erwerbsleben bringt der AVD-Baustein +4 bis +7 % Nettorente gegenüber einem reinen ETF-Sparplan – obwohl er nur rund ein Viertel des Sparaufwands bindet. Einstieg mit 25 oder 30 ändert fast nichts (unter 0,5 %); erst ab Mitte 30 kostet Warten spürbar Rente.

5Die Ausnahme – und die zweite entscheidende Stellgröße

Das ETF-Depot gewinnt erst, wenn der Steuersatz im Ruhestand ähnlich hoch ist wie im Erwerbsleben. Sensitivste Annahme sind die Produktkosten: Bei 0,5 % statt 1,0 % Effektivkosten p. a. dominiert das AVD fast überall – die Produktauswahl ab 2027 wird entscheidend. Für den Einzelfall: der kostenlose Vergleichsrechner.

Druckfähige Grafiken

Alle Grafiken stehen zur freien redaktionellen Verwendung zur Verfügung – gegen Quellennennung („Vermögenslotse / Dr. Robert Bahnsen") und Link auf vermoegenslotse.de. Jeweils als PNG (300 dpi) und als Vektor-PDF.

Break-even-Landkarte: Altersvorsorgedepot oder ETF-Sparplan – wer liegt vorn, abhängig vom Steuersatz in Erwerbs- und Rentenphase
Grafik 1: Break-even-Landkarte – wer liegt vorn? PNG · PDF (Vektor)
Balkendiagramm: Dynamisierte Sparrate bringt am meisten, die Kombi-Strategie legt noch nach
Grafik 2: Sparrate dynamisieren & Kombi-Strategie PNG · PDF (Vektor)
Kurvendiagramm: Nettorente je nach Alter beim AVD-Einstieg – früh einsteigen lohnt, das perfekte Alter ist zweitrangig
Grafik 3: AVD im Lebenszyklus – Einstiegsalter PNG · PDF (Vektor)

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Kontakt

Dr. Robert Bahnsen
Vermögenslotse UG (haftungsbeschränkt)
E-Mail: robertbahnsen@web.de
Web: vermoegenslotse.de · robertbahnsen.de

Methodik: Rechtsstand Altersvorsorgereformgesetz, BGBl. 2026 I Nr. 156 (29.05.2026), Kern-Inkrafttreten 01.01.2027; Auszahlungsbesteuerung § 22 Nr. 5 EStG, Günstigerprüfung § 10a EStG. ETF-Vergleich vollständig nach InvStG 2018 (Vorabpauschale, 30 % Teilfreistellung, FIFO gem. § 20 Abs. 4 S. 7 EStG, Sparerpauschbetrag). Basisannahmen: MSCI-World-artiges Aktienportfolio (7,9 % brutto p. a.), Anleihen 3,0 % brutto p. a., ETF-TER 0,2 %; Aktienquote im Zeitverlauf auf beiden Vergleichsseiten identisch: 100 % in der Sparphase, ab zwei Jahre vor Rentenbeginn in fünf Jahresschritten à 10 Prozentpunkte auf 50 % in der Auszahlungsphase abgesenkt („Glide-Pfad"); AVD-Effektivkosten (RIY) 1,0 % p. a. (Sensitivität 0,5 %), Auszahlungsplan 25 Jahre, nominale Rechnung; alle Ergebnisse als Nettorente nach Steuern. Rechenkerne mit mehreren tausend automatisierten Vergleichstests gegen eine unabhängige Python-Referenz validiert. Einordnung: allgemeine Modellrechnungen, keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung.
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